No, dos hod ober funktioniert

Das hat so richtig gut funktioniert. So richtig, richtig, RICHTIG gut, meine ich. So gut, dass die Leute, die gestern noch ins phil gekommen sind, eine Sarah erlebt haben, die nur selig grinst, ins leere schaut und alle zwei Minuten vor sich hinmurmelt: „Du meine Güte. Es hat funktioniert.“ Und dann hab ich meistens jemanden umarmt.

In der früh hat jemand vom Roten Kreuz zu mir gesagt: „Also, wenn vierzig Leute kommen, dann ist es ein riesiger Erfolg. Leute zum Blutspenden bringen ist fast unmöglich, auch mit solchen Aktionen.“

Und ich hab mir gedacht: „Jessas, wenn VIER kommen und ich und die Barbara nicht völlig allein dastehen, dann ist es ein Erfolg.“

Endergebnis, das ich gerade vom Roten Kreuz bekommen habe?

In den letzten zwei wochen kamen pro Tag im Schnitt 153 Spendewillige in die Blutspendezentrale. Gestern wurden 337 Spenden abgegeben, plus 66 Leute, die aus medizinischen Gründen dann doch nicht spenden durften. Also insgesamt 403.

Macht nach Adam Riese? 250 von uns. Yay. Yay. Yay.

Größtes Lob an das Rote Kreuz, die  mit dem Andrang meisterlich umgegangen sind. die Atmosphäre war durchgehend so unheimlich ruhig und freudlich, dass es niemanden gestört hat, wenn es Mal zu Wartezeiten gekommen ist.

Und die Wartezeiten gab es, liebe Freunde, denn wir wahren WIRKLICH viele. Die haben vier zusätzliche Spenderbetten aufgestellt und insgesamt sechs Ärzte für  die Anamnesegespräche im Einsatz gehabt. Normalerweise sind es zwei bis, bei sehr viel Andrang, drei. Die mussten ein improvisiertes Beratungszimmer im Gang hinter der Kantine einrichten.

Falls sich jemand fragt, ab wann ich gewusst hab, dass die Aktion ein voller Erfolg ist: das war ab dem Moment, wo jemand der grandiosen Roten-Kreuz-Menschen zu mir gesagt hat: „Okay, dass die medizinische Leiterin Tische schleppt… das gibts wirklich nicht oft.“

Also, an alle Spender und Spendewilligen von gestern: vielen, vielen, vielen Dank für’s Kommen. Ihr wart tapfer, ihr wart grandios, ihr wart zahlreich – Danke!

Für alle, die gestern keine Zeit hatten: an der Rezeption in der Blutspendezentrale liegt unser Spenderbuch immer noch auf. Hingehen, Blutspenden gehen, um das Buch bitten, euch eintragen, einen schicken Button mit unserem Slogan bekommen und ihr wart offiziell MIT DABEI.

So, und ich fahr jetzt auf Urlaub.

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Um Verwirrung, Nebenwirkungen und Politischer Vereinnahmung vorzubeugen

Nein, liebe Freunde – ich habe euch nicht die letzten Tage arglistig getäuscht und euch auf perfideste Weise hinter eurem Rücken für Parteipolitik eingespannt. Ich schwöre beim Leben meiner Katzen,  dass wir wider allen Anschein KEIN Ableger der Spö sind und es auch nie sein werden.  Und wer mich kennt, der weiß, dass das der heiligste aller Schwüre ist, den ich zu leisten habe. Noch weit über dem Schwur bei der Qualität meines morgendlichen Tees.

Anlass dieses (wie gesagt, sehr heiligen) Schwures ist die Tatsache, dass man anderes glauben könnte, wenn man diesen Newsartikel liest:

http://www.news.at/articles/1034/11/276121/das-wiener-blut-melange-wiener-herz-blut

Bitte nicht falsch verstehen: ich bin automatisch Fan jeder Anti-Strache-Aktion und der Anzahl der Teilnehmer morgen hat die Zusatzpresse sicher nicht geschadet. Ich hab nämlich nicht schnell mal das Geld für eine APA-Meldung herumliegen und so wichtig wie die Wiener SPÖ ist eine facebook-Gruppe halt auch nicht.

Was mich aber wurmt, ist, dass so ein ziviler Protest von Privatpersonen plötzlich politisch vereinnahmt wird.  Wir haben natürlich gewusst, dass so etwas passieren würde, aber ich gestehe: ich war zu naiv. Ich bin davon ausgegangen, dass sich morgen vielleicht Politiker zu uns hereinmarschieren werden und ihren angestochenen Spende-Arm in die Kamera halten wollen. Ich hab nicht damit gerechnet – naiv, naiv! – dass die SPÖ einen Tag vorher hergeht, ein paar Abgeordnete spenden lässt und sagt: „Tja. War unsere geniale Idee.“

Jetzt können wir nämlich machen, was wir wollen – wir sind ein Nachsatz. Wir machens ihnen nach.

„Unter dem Motto „Mei ‘Wiener Blut’ is a Melange“ schließt sich auch eine facebook-Gruppe mit 1.575 Fans der Blutspende-Protest-Aktion an.“

http://www.wienweb.at/content.aspx?menu=1&cid=173383

Es kann natürlich auch reiner Zufall sein, in der SPÖ hat kein einziger am Samstag den Standard gelesen und sie haben zufällig diesselbe Idee gehabt.* Von mir aus – so kindisch, ein copyright auf Politischen Aktivismus haben zu wollen, bin nicht einmal ich. Und die zusätzliche Presse ist natürlich großartig, von dieser Seite keine Beschwerden.

Was mich aufregt (und zwar so sehr, dass ich über der Tipperei meinen Tee kalt werden hab lassen), ist Folgendes:

Das ist ein Ziviler Protest. Wir sind Privatpersonen, die sagen wollen: „Hier in diesem Land passt etwas nicht.“ Wir sind KEIN Spin-Off einer SPÖ-Wahlveranstaltung.

Burschen, ihr könnts gern auch Blutspenden, soviel ihr wollts. Aber geht’s dann her, sagts: „Hey, diese facebook-Blutspendesache finden wir gut, da machen wir mit. Da gehen wir am selben Tag oder wir machen unsere eigene Veranstaltung im Anschluss“ oder whatever. Aber diese Einen-Tag-Davor-Geschichte ist nicht nett.

Ende der Durchsage.

*Wenn auch mit einem viel faderen Slogan.

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Einladung, jetzt offiziell und so

Mei „Wiener Blut“ is a Melange!

Blutspenden gegen Plakatblödheit

Aus gegebenem Anlass gehen wir zusammen Blut spenden, auf dass das Wiener Blut sich noch mehr durchmischen möge. Denn das ist die schönste Eigenschaft des Wiener Bluts überhaupt: dass es von jeher eine Melange ist. Wir gehen Blut spenden im vollen Wissen, dass die Person, die dieses Blut bekommen wird, eine Fremde oder ein Fremder für uns sein wird. Wir wissen nicht, wie diese Person heißt, wir kennen ihr Gesicht nicht und wir waren mit ihr noch nie auf einen Kaffee. Wir sind eben Fremde füreinander. Ob diese Person aber eine Türkin sein wird oder ein Kroate, ein Nigerianer oder eine Wienerin siebzehnter Generation – nichts, aber auch wirklich nichts könnte uns mehr egal sein. A bisserl was Fremdes tut nämlich jedem gut.

Ort: Blutspendezentrale Wiedner Hauptstraße 32, 1040 Wien
Zeit: Mittwoch, 25. August 2010 von 08.00 – 20.00

Wenn Sie aus medizinischen Gründen nicht Blut spenden können – beim anschließenden Feiern sind Sie uns auf jeden Fall willkommen!

Ort: phil, Gumpendorferstraße 10-12, 1060 Wien
Zeit: ab 17 Uhr

Wenn Sie mit Ihrem ganzen Team oder einem Verein vorbeikommen möchten oder Fragen zum Ablauf haben, wenden Sie sich bitte an S.Wassermair@gmx.at.

Im Internet finden Sie uns hier:
Facebook- Gruppe: „Mei ‚Wiener Blut‘ is a Melange!“
Blog: meiwienerblutisamelange.wordpress.com zu

Es handelt sich bei der Aktion um eine private Initiative von Menschen, die gewisse plakative Idiotien einfach nicht unkommentiert hinnehmen wollen.

Wir freuen uns auf Sie!

Sarah Wassermair und Barbara Schöber

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Von Titeländerungen und einem hoffentlich nicht eingetretenen Schrockn

So, ich hoffe, die Projektnamenänderung war behutsam genug – mit Übergangszeit und allem – dass niemand einen Schrecken bekommen hat. „An Schrockn“, wie meine Oma sagen würde, was ich für ein wunderhübsches Wort halte – klingt ein bisserl nach einem Monster mit vier Hörnern und leuchtenden Augen. „Und dann lauerte im Wald der gräuliche Schrockn auf sie!“

… Wo war ich? Genau. Titeländerung. Die ganze Aktion heißt aus schon dargelegten Gründen jetzt „Mei ‘Wiener Blut’ is a Melange!“, weil der alte Name einfach zu missverständlich war. Gemeint war natürlich, dass jeder, der beim Blutspenden mein Blut bekommen wird, für mich ein Fremder ist: ich kenne seinen oder ihren Namen nicht, hab das dazugehörige Gesicht nie gesehen und war nie mit ihm oder ihr auf ein Tässchen Tee. Ein Fremder oder eine Fremde halt. Nichts könnt mir da wurschter sein als die ursprüngliche Herkunft dieser Person.

Blöderweise lässt sich der Titel auch als „Ich als edler Wiener geben mein Herzblut für die armen Ausländer her, auf dass die sich auch ein bisschen lieb gehabt fühlen, obwohl sie natürlich deswegen Fremde bleiben.“

Nicht lachen, so haben das wirklich einen Haufen Leute verstanden. Mea culpa, das hätt ich absehen müssen. Bevor wir jetzt mit jedem einzelnen eine kleine Semantikdiskussion führen und zu erklären versuchen, dass wir das Wort ‘Fremder’ nicht im strache’schen Sinn meinen, änderen wir lieber den Titel gleich.

Morgen früh wach ich dann wahrscheinlich auf und habe die ersten mails in der mailbox, die mir zu erklären versuchen, dass ich einem schweren medizinischen Irrtum unterliegen würde mit meiner dreisten und schlecht recherchierten Behauptung, der durchschnittliche Wiener hätte Milchkaffee in den Adern.

Well, that’s life.

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Ladies and gentlemen…

…wir haben Presse!

Standard:

http://derstandard.at/1282273286030/Aktion-Blutspenden-als-Protest-gegen-FP-Plakat

Wiener Bezirksblatt:

http://www.wienerbezirksblatt.at/inhalt/menschen/vermischtes/16307

Yay!

Einen Tipp  eurem Seelenfrieden zuliebe – ihr tut wahrscheinlich gut daran, die im online-Standard auf jeden unweigerlich folgende Diskussion nicht zu lesen. Die wird in der Regeln nach ungefähr drei Sekunden sehr, sehr hässlich und hinterlässt unschöne Ruß- und Schleimspuren auf dem Gemüt.

Die Organisiererei ist mit einem Schlag um vieles einfacher geworden, seit sich – wie vielleicht schon erwähnt unerhört famose – Karin Klaric und ihr famoser Verein Purple Sheep uns unterstützen. Es könnte sein, dass ich schon erwähnt habe, dass die Burschen famos sind. Ganz am Rande. Für den Fall, dass ich darauf vergessen habe: die sind famos.

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Von Purpurnen Schafen

Im Übrigen: wer aus medizinischen/geographischen/nadelparanoiden oder anderen Gründen nicht Blut spenden kann, aber dennoch der FPÖ mit Schmackes vor’s Schienbein treten will: eine exzellente Möglichkeit dazu ist eine Spende an Karin Klaric und ihren Verein ‘Purple Sheep’. Die bieten Asylanten Rechtsbeistand, kämpfen gegen die Abschiebung von gut integrierten Familien und sind allgemein heldenhaft. Da sie absolut keine Förderungen bekommen, sind sie schon froh, wenn man ihnen eine Packung Kopierpapier vorbeibringt oder eine volle Telefonwertkarte.

http://www.purplesheep.at/index.php

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Das Wiener Blut, das tut so gut…

Ich hab ja langsam den Verdacht, dass der Strache das mit dem Wiener Blut nur hinausgeschossen hat, weil sich so fürchterlich viel darauf reimt, was man eigentlich von rechts wegen gar nimmer reimen sollte. Mut-Blut-gut-Ger-trud…  Man stelle sich vor, wie der Slogan vielleicht geheißen hätte, wenn es genau so viele schöne Reimwörter auf „Gasthermenwartungsarbeiten“ gäbe. Du meine Güte.

Wie dem auch sei, die Aktion „Mein Wiener Blut für Fremde“  hat jetzt einen eigenen Blog – erstens, damit ich meinen eigenen wieder zurückbekomme und dort wieder ungestört und ungelesen über mein Aquarium und das Wetter posten kann, und zweitens der lieben Übersichtlichkeit wegen. Hier findet ihr in den nächsten Tagen alles an Info, die sich anti-strache-blutspenderlich so ansammelt.

Außerdem werden wir in den nächsten Tagen die Aktion sanft von „Mein Wiener Blut für Fremde“ umbenennen in „Mei ‘Wiener Blut’ is a Melange“ , auf dass sich ja kein Strazi aus irrtümlich angesprochen fühlen möge und glaubt, es sei eine Protestaktion dagegen, dass so viele Fremde unser Blut bekommen. Kann ja passieren, es sind ja bekanntlich nicht immer die hellsten Lichter am geistigen Firmament bei den Herrschaften Ariern vertreten.

Alle Klarheiten restlos beseitigt?

Wunderbar!

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